Lappland-Tour 2026: Start zum Polarkreis

Eine Idee, eine Absage und zwei Klassiker auf dem Weg zum Polarkreis.

Manchmal beginnt ein Projekt nicht mit einem Plan, sondern mit einer Absage.

Seit Mitte 2025 stand die Idee im Raum: eine geführte Oldtimer-Tour Richtung Norden. Die Vorbereitungen liefen, die Route war angedacht. Dann kam im Herbst 2025 die Absage des ursprünglichen Veranstalters. Ende der organisierten Reise.

Statt Rückzug fiel eine klare Entscheidung: Wir organisieren selbst. Ziel: Finnland. Winter. Polarkreis.

Der neue Plan war präzise definiert: Start am Montag, 16. Februar 2026. Rund 14 Tage unterwegs. Keine Genussfahrt, sondern eine technisch und organisatorisch anspruchsvolle Wintertour.

Von Wien geht es mit den Fahrzeugen auf dem Hänger nach Travemünde. Von dort per Fähre nach Helsinki. Erst in Finnland beginnt das eigentliche Abenteuer: Die Oldtimer werden abgeladen, Motoren gestartet und der Kurs Richtung Norden gesetzt – bis nach Rovaniemi am Polarkreis. Danach dieselbe Strecke retour nach Helsinki, Fähre nach Travemünde und zurück nach Wien.

Minusgrade im zweistelligen Bereich, vereiste Fahrbahnen, lange Distanzen – das ist kein touristischer Ausflug, sondern eine echte Belastungsprobe für Mensch und Maschine.

Zwei Fahrzeuge, zwei Charaktere
Der Volvo – gebaut für den Norden

Für diese Tour wurde gezielt ein spezielles Fahrzeug gewählt: ein Volvo 122 Amazon, Baujahr 1969. Gefahren wird er von Rudi Glass und Astrid Witzany.

Die Entscheidung fiel bewusst: robuste Konstruktion, skandinavische Herkunft, wintererprobte Technik. Kein Showfahrzeug, sondern ein Klassiker mit Substanz.

Ein halbes Jahr lang wurde der Volvo technisch vorbereitet:

  • sämtliche Flüssigkeiten erneuert
  • umfassende technische Durchsicht
  • Schläuche getauscht und abgedichtet
  • Unterboden versiegelt
  • Sitze und Heizsystem überprüft
  • Spikereifen montiert

Ein besonderer Dank gilt KFZ Handel Oldimerservice Ing. Ernst Glettler und seinem Sohn. Die Beiden haben mit viel Liebe, Erfahrung, Präzision und echtem handwerklichen Engagement den Volvo fachmännisch winterfest gemacht. Die Vorbereitung erfolgte nicht kosmetisch, sondern technisch fundiert – genau so, wie es eine Tour in arktische Bedingungen verlangt.

Der BMW – sportlicher Kontrast

Das zweite Fahrzeug der Tour ist ein BMW 2002, Baujahr 1973. Gefahren wird er von Cyprian Siupa.

Der BMW steht für eine andere Charakteristik: kompakt, sportlich, direkt. Während der Volvo nordische Gelassenheit ausstrahlt, bringt der BMW Dynamik ins Teilnehmerfeld. Gerade diese Kombination macht den Reiz der Tour aus – zwei Konzepte aus derselben Epoche, beide mechanisch ehrlich, beide ohne elektronische Sicherheitsnetze. Mit viel Liebe und Enthusiasmus hat Cyprian dieses Fahrzeug binnen zwei Wochen Lapplandtauglich gemacht. Angefangen von Zündkerzen über Vergaserreinigung und neu Einstellen bis hin zu Tauschen der Flüssigkeiten hat er Tag und Nacht an unserem Traum gearbeitet. 

Mehr als Kilometer

Die gesamte Tour wird privat von den Teilnehmern finanziert. Transport, Fähren, Unterkünfte und Fahrzeugkosten werden selbst getragen.

Jede geldliche Spende hingegen fließt vollständig in das Projekt zur Unterstützung des Sterntalerhof. Die Reise ist damit nicht Selbstzweck, sondern Plattform für Aufmerksamkeit und konkrete Hilfe.

Der Start im Februar 2026

Wenn am 16. Februar die Motoren starten, beginnt kein Winterurlaub. Es beginnt die Umsetzung einer Entscheidung: nicht aufgeben, sondern selbst organisieren.

  • Zwei Fahrzeuge aus den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren.
  • Drei Personen.
  • Zwei Wochen.
  • Ein Ziel: Polarkreis.

Und ein klarer Gedanke dahinter: Engagement zeigen – sichtbar und konsequent.

 

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Volvo 122 Amazon
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BMW 2002

Die Begleiter durch Finnland – ein Volvo 122 und ein BMW 2002