Lappland-Tour 2026: Mit einem weinenden Auge Richtung Helsinki

Ein Ende mit Perspektive auf 2027

Schweren Herzens hieß es für uns: Kurs auf Helsinki – und weiter auf die Fähre zurück. Jede Reise hat ein Ende. Dieses fiel uns besonders schwer.

Unsere östliche Route führte uns über Iisalmi und Mikkeli in Richtung Hauptstadt – zwei kleinere Städte, die auf ihre eigene Weise überzeugen.

Iisalmi wirkt ruhig, strukturiert und unaufgeregt. Keine große Bühne, kein touristischer Überschwang – sondern Klarheit und Funktionalität. Genau das macht den Charme aus.

In Mikkeli hat uns erneut beeindruckt, wie konsequent Städteplanung hier gedacht wird. Die kleine, aber feine Innenstadt ist reine Fußgängerzone – und schneefrei. Keine matschigen Wege, keine Rutschpartien. Die Böden sind beheizt, die Wege trocken.

Das ist kein Prestigeprojekt, sondern pragmatische Planung für reale Winterbedingungen. Man baut für die Situation – nicht gegen sie.

 

Eisstraße gesichtet – bewusst verzichtet

Am letzten Tag vor Helsinki wurden wir noch einmal mit Traumwetter belohnt. Wintersonne, klare Sicht – und die Möglichkeit, eine Eisstraße zu sehen. Es handelte sich allerdings nicht um eine der offiziellen staatlichen Eisstraßen, sondern um eine regionale Verbindung. Da wir die örtlichen Regeln und Gepflogenheiten nicht im Detail kannten, haben wir uns bewusst gegen eine Befahrung entschieden.

Beeindruckend war es dennoch: Fahrzeuge, die scheinbar selbstverständlich über einen gefrorenen See fahren. Für uns spektakulär – für die Finnen Alltag.

 

Richtung Hauptstadt – Wetterumschwung inklusive

Mit rund 15 Grad „wärmeren“ Temperaturen – es hatte nur noch minus vier Grad – ging es weiter nach Helsinki. Das Wetterglück war uns dort nicht mehr hold. Schnee und Regen begleiteten die letzten Kilometer. Unsere Oldtimer tragen nun sichtbare Spuren dieser Reise. Dreck statt Hochglanz. Aber genau das gehört dazu.

 

Die finnische Haltung

Was bleibt, ist die Beobachtung einer bemerkenswerten Gelassenheit. Schnee ist hier keine Katastrophe. Glätte kein Drama. Gefahren wird vorausschauend, konzentriert – aber nicht ängstlich. Überholen auf der ungeräumten linken Spur mit 100 km/h? Für geübte Finnen mit Winterreifen oder Spikes kein Ausnahmezustand, sondern Routine.

Man nimmt die Situation an und passt sich an. Ohne Hektik. Ohne Dauerbeschwerde. Vielleicht liegt genau darin der Grund, warum Finnland regelmäßig als eines der glücklichsten Länder der Welt gilt: Nicht weil alles perfekt ist, sondern weil man mit den Gegebenheiten anders umgeht – ruhiger, strukturierter, lösungsorientierter.

Wir feiern dieses Land und seine Menschen. Und auch wenn die Fähre wartet – ein Teil von uns wäre gerne noch geblieben.

Aber wir kommen wieder und planen gerade die Route für unsere Lappland-Tour 2027. Wer dabei sein will kann uns gerne eine Email schicken, wir freuen uns!

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Mikkeli
Eisstrasse in Iisalmi
Wir drei